Startseite
Aktuelle Nachrichten 2013
Aktuelle Nachrichten 2012
Gesundheitspolitik
Der Verein
CEAPIR
Haus der Selbsthilfe
Wissenschaftlicher Beirat
Hippokratischer Eid
Dialyse
Nierenerkrankung
Transplantation
Fragen und Antworten zur Transplantation
Geschichte der Transplantation
Weltreligionen zur Organspende
Presse
Kongresse&Symposien
Veranstaltungen&Termine
Politiker zum Gesundheitssystem
Interviews im Archiv
Befreundete Organisationen
Förderer des Vereins
Dank an Sponsoren
Nephro Vital
NephroLinks
NephroZeitungTirol
NephroKalender
Humanomed Zentrum Althofen
Sonnenschutz für Transplantierte und Dialysepatienten
Handytarif für Vereinsmitglieder
Buchempfehlungen
Fotogalerie
November 2012
November 2012

Impressum
Web Statistik

 

ORGANTRANSPLANTATION UND PSYCHISCHE NACHSORGE

Mag. Edith Freundorfer, klinische Psychologin im Transplantationszentrum des AKH Wien

Organtransplantationen sind komplexe Eingriffe, welche für die Chirurgen heute zur beruflichen Routine zählen. Für die Patienten stellen sie aber oftmals eine ethische, eine psychische, eine psychosoziale Herausforderung dar. Aus diesem Grund wird seit der Einführung psychometrischer Testmethoden (in den 80-er Jahren) untersucht, wie sehr Transplantationen über das bloße Überleben hinaus die Lebensqualität der Patienten beeinflussen.


Alle Komplikationen sind belastend

Es überrascht nicht, wenn solche Studien zeigen, dass die Lebensqualität transplantierter Patienten gegenüber dem vorherigen Zustand entscheidend verbessert ist. Für viele Menschen weist sie sogar dieselben Eigenschaften wie für die Normalbevölkerung auf.

Dennoch treten mitunter Komplikationen auf, sei es auf der medizinischen Ebene (z.B. Infekte, Abstoßungen, Wiederkehr der Grunderkrankung), oder auf der psychischen Ebene. Hier sind es vor allem Konzentrationsstörungen, Merkfähigkeitsstörungen und Aufmerksamkeitsstörungen. Es können aber auch Ängste verschiedenster Art auftreten oder Probleme im sozialen Bereich. Der Patient muss sich beispielsweise seinen Platz in der Familie wieder erobern oder es treten Schwierigkkeiten beim Wiedereinstieg in den Beruf auf.

Alle diese Komplikationen sind belastend. Aus diesem Grund sollten betroffene Patienten nicht zögern, die Psychologen in den Krankenhäusern aufzusuchen.

Psychologische Nachsorge

Eine psychisch belastete Seele unterdrückt Motivation, vermindert Lebensqualität und beeinträchtigt aktives Leben. Sie stört oft auch die Compliance, also die gewissenhafte Einhaltung der ärztlichen Verordnungen. Die psychologische Nachsorge sollte überdies nicht nur für den Patienten da sein, sondern auch für dessen Angehörige und für bestimmte soziale Gruppen. Eine psychologische Intervention bringt zunächst einmal emotionale Entlastung in allen vorhandenen Problemstellungen. Sie bietet darüber hinaus auch besseres Stressmanagement für Konflikte an.

Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen sind ungemein wichtig. Sie bieten sehr viele Informationen an. Sie laden Experten zu ihren Treffen ein oder veranstalten Seminare für alle Betroffenen. Ihnen kommt aber noch eine weitere Aufgabe zu: Die Menschen finden hier eine gute Gelegenheit, sich mit anderen zu vergleichen und auszutauschen. Treffen sie auf Menschen, denen es besser geht, kann sie das zur stärkeren Entwicklung eigener Fähigkeiten motivieren. Treffen sie auf Menschen, denen es schlechter geht, sind sie zufriedener und sagen sich: da bin ich ja eh gut dran!

Selbsthilfegruppen haben auch eine sehr wichtige soziale Funktion. Man hilft einander gern und oft im Rahmen von Freundschaften, wie sie in den Gruppen immer wieder zu beobachten sind.

Hohe Bedeutung für Transplantierte

Mag. Edith Freundorfer setzt die Bedeutung der psychologische Nachsorge im Anschluss an eine Transplantation ebenso hoch an wie die Unterstützung vor dem Eingriff. Denn für das Leben mit dem neuen Organ und das Transplantatüberleben ist die psychische Befindlichkeit ein nicht zu unterschätzender Faktor. Aus diesem Grund können alle Transplantierten psychologische Hilfe jederzeit in Anspruch nehmen.

Die klinische Psychologie kann helfen, entstehende (oder auch alte) Probleme anzusprechen, damit man sie verändern kann und neue Selbstsicherheit gewinnt. Vor allem kann sie helfen, die Akzeptanz zu fördern, wenn es traumatische Erfahrungen gibt, die einen immer wieder einholen. Man muss sich den Grundfragen des menschlichen Lebens stellen, weil man schließlich und endlich ganz allein für sein Leben verantwortlich ist, egal wie viele Hilfen und Unterstützungen man von außerhalb bekommt.

„Ich wünsche Ihnen jetzt allen, dass dies gelingen möge und möchte nochmals motivieren: Wenn es Probleme gibt, bitte kontaktieren Sie den psychologischen Dienst, damit sie ein mögliches Problem nicht ständig wie einen Rucksack durch das Leben schleppen müssen!“ (walter Kiesenhofer)